Helmstedter bestehen im Kellerduell 

Die HF bezwingen die SG Börde mit einer vor allem mental starken Leistung mit 25:24.

Es war ein echter Abstiegs-Krimi – mit dem besseren Ende für die Handballfreunde Helmstedt-Büddenstedt. Der abstiegsgefährdete Oberligist gab nach zuletzt deprimierend deutlichen Niederlagen ein sportliches Lebenszeichen, setzte sich in der heimischen Julianum-Sporthalle gegen die SG Börde mit 25:24 (12:10) durch und schob sich vorerst an den Gästen vorbei auf einen Nichtabstiegsplatz.

Nachdem er sich unmittelbar nach dem Abpfiff in den tänzelnden Jubelkreis seiner Spieler eingereiht hatte, sich mit seinem spielenden Trainerkollegen Markus Kopp umarmt und abgeklatscht hatte, stand HF-Trainer Matthias Rudow Rede und Antwort. Fünf Jahre älter sei er während der nervenaufreibenden Partie geworden – „wenn’s denn reicht“, sagte der 37-Jährige.

Hätte er in der Halle einen Hut getragen, der gebürtige Wittenberger hätte ihn vor seinen Jungs gezogen. „Wir haben zuletzt zweimal richtig auf den Deckel bekommen. Und dann liegen wir auch gegen Börde nach 54 Minute mit 22:23 hinten. Dieses Comeback, diese starke Reaktion der Mannschaft. Dafür zolle ich den Spielern Respekt“, sagte Rudow.

Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als könnten sich die Helmstedter eine Zitterpartie ersparen. Die Waage schien sich zu ihren Gunsten zu neigen: Tim Wiebe traf zum 9:8 (27.), Markus Kopp sorgte für die Zwei-Tore-Führung zur Pause (12:10). Auch nach dem Seitentausch blieben die Gastgeber zunächst am Drücker, sie bauten ihren Vorsprung in Minute 36 nach Marius Herdas Treffer auf 16:12 aus.

Nur zehn Minuten später war das Polster jedoch futsch. Zwischen der 41. und 49. Minute blieben die Hausherren ohne Torerfolg, die SG Börde drehte Helmstedts 19:17-Führung und lag nach 47 Minuten ihrerseits mit 20:19 vorne. „Meinen Jungs ist in dieser Phase nicht viel eingefallen, sie waren leer im Kopf“, sagte Rudow. Erst Jan-Luca Schülkes Treffer zum 20:20 (49.) beendete die Durststrecke der Helmstedter.

Zwei Glanzparaden von Torhüter Steffen Klauß – erst entschärfte der 41-Jährige den Siebenmeter des zuvor so sicheren Kenny-Lutz Blotor, dann gewann er beim Stand von 23:23 das Duell aus Nahdistanz gegen Jirka Strube – ebneten den HF den Erfolgsweg. Nach der Parade gegen Strube schickte Klauß Jan-Luca Schülke auf die Reise, der zum umjubelten 24:23 (57.) traf. Tim Wiebe legte 60 Sekunden vor dem Ende das 25:23 nach. Es war der entscheidende Punch.

Nach drei Partien binnen sechs Tagen sorgte Rudow in der Kabine für abermaligen Jubel bei seinen Spielern. Er sagte das Montag-Training ab. „Die Jungs sind fertig, sie sollen sich erholen.“

HF: Stickel, Klauß, Sauer – Wiebe 4, Bolecke 2, Bruchno, Herda 6, Wanzek 4, Schlüter 3, Düsterhöft 3, Krückeberg-Saathoff, Kopp 1, Schülke 2, Kolditz.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 28.02.2022