Ein Rückkehrer und ein Talent für die HF

Marius Herda und Max Duderstadt wechseln zu den Handballfreunden.

Die Corona-Pandemie setzt auch den Handball weiter matt. Kein Training, keine Punktspiele. Einen Fingerzeig, ob die aktuelle Saison noch ein sportliches Ende finden kann, dürfte es am 8. April geben, wenn die Präsidiumsmitglieder des Deutschen Handballbundes (DHB) sich zu einer Video-Konferenz zusammenschalten.

Unabhängig von dieser Entscheidung treiben die Verantwortlichen des Oberligisten Handballfreunde Helmstedt-Büddenstedt die Kader-Planungen für die nächste Saison voran. Fest steht seit fünf Wochen, dass Allrounder Christian Lopez den Verein nach fünf Jahren in Richtung Verbandsliga-Spitzenreiter VfB Fallersleben verlässt. Um diesen Weggang aufzufangen, lotsen die HF einen Rückkehrer nach Helmstedt. Marius Herda, im Sommer 2018 zu Oberliga-Kontrahent MTV Vorsfelde gewechselt, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. In Vorsfelde hatte der 24-Jährige aus verschiedenen Gründen nicht die gewünschte Spielzeit erhalten.

Herdas Rückkehr kommt etwas überraschend, denn der Spielmacher hatte Anfragen höherklassiger Vereine aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Wir sind wirklich sehr froh, dass sich Marius für uns entschieden hat“, sagt HF-Spielertrainer Markus Kopp. „Mit ihm haben wir einen adäquaten Ersatz für Christian Lopez gefunden. Marius ist ein Lenker, er denkt strategisch und ist ein exzellenter Abwehrspieler. Bei ihm passt das Gesamtpaket.“ Herda ist handballerisch in der Jugend des SC Magdeburg groß geworden, spielte für die „Youngsters“ des SCM in der 3. Liga.

Zugang Nummer 2 ist Max Duderstadt, 19-jähriger Linkshänder, der von Post SV Magdeburg zu den HF wechselt. „Kurz bevor die Hallen wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, hat Max noch ein Probetraining bei uns absolviert“, erzählt Kopp, der sofort begeistert war von dem 1,90-Meter-Mann. „Er ist sehr dynamisch, das konnte man sofort sehen.“ Duderstadt könne durchaus auf beiden Rückraumpositionen auflaufen, er werde dem Angriffsspiel seiner Mannschaft sehr gut tun, so Kopp, der den Zugang als ehrgeizigen Spieler einschätzt: „Max hat Bock, sich wieder höherklassig zu zeigen.“ Ein weiterer Fürsprecher dürfte HF-Kreisläufer Robin Danneberg sein, mit dem Duderstadt sämtliche Jugendmannschaften des SC Magdeburg durchlaufen hat.

Die Kader-Planung sei indes nicht abgeschlossen, betont Kopp. „Wir sind noch mit ein, zwei weiteren Spielern in Gesprächen, aber noch ist nichts spruchreif.“ 

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 03.04.2020

Marius Herda kehrt zur neuen Saison zu den Handballfreunden Helmstedt-Büddenstedt zurück. Foto: Jana Hoffmann

„Geile Moral“ – grandioser Klauß

Helmstedt holt mit einem Vier-Tore-Schlussspurt noch ein 33:33.

Das war ein Punktgewinn für die Moral. Einer, der am Saisonende Gold wert sein kann. Handball-Oberligist HF Helmstedt-Büddenstedt erkämpfte sich in eigener Halle gegen die HSG Nienburg ein 33:33 (18:17) – und das, obwohl die HF vier Minuten vor dem Ende mit 29:33 schier aussichtslos hinten lagen.

„Aber das ist halt Handball“, sagte Helmstedts Spielertrainer Markus Kopp. „Wir haben nie aufgesteckt. Am Ende haben wir uns mit jedem Tor gepusht, und der Funke zum Publikum sprang über.“ Vor allem aber hatten die Helmstedter mit Steffen Klauß ihren „Matchwinner“ zwischen den Pfosten. Der Keeper hielt in den Schlussminuten drei freie Würfe der Nienburger, den wichtigsten sieben Sekunden vor dem Ende, als sich die Gäste auf der Linksaußenposition in freie Wurfposition kombiniert hatten.

Die vier Schlussminuten waren im Grunde die Fortsetzung des Wechselbads der Gefühle, durch das die Helmstedter in dieser Partie gingen. Ständig wechselte die Führung hin und her. Mal wähnte sich die eine Mannschaft obenauf, dann die andere. „Unser Angriff war super, unsere Abwehr nicht immer“, sagte Kopp. Konkret kritisierte er die mangelhafte Abstimmung bei der Arbeit gegen Nienburgs Kreisläufer. Die HF-Abwehrspieler offenbarten dabei einige Schwächen – „und das haben die Nienburger clever ausgespielt“, so Kopp.

Von der Cleverness der Gäste war in der Schlussphase dann nichts mehr zu sehen. Statt die Vier-Tore-Führung gegen angeschlagene Helmstedter über die Runden zu bringen, leisteten sich die Nienburger plötzlich ungeahnte Schnitzer. Zwei, drei leichte Ballverluste, dazu einige Fahrkarten beim Torwurf – schon waren die Helmstedter zurück im Spiel. Tim Boleckes Tor zum 30:33 (57.) mobilisierte die HF, nur 120 Sekunden später stand es 33:33. 90 Sekunden blieben, in denen jedoch keinem Team mehr der wohl entscheidende 34. Treffer gelang. Die HF wussten anschließend nur zu genau, bei wem sie sich bedanken mussten. Steffen Klauß war ihr umjubelter „Mann des Spiels“. Kopp pustete nach Abpfiff gehörig durch: .„Was für eine geile Moral der Mannschaft.“ Seinen Blick richtete er aber schon nach vorne: „Nächste Woche in Burgdorf müssen wir nachlegen.“

HF: Klauß, Baum – Wiebe 10, Lopez 4, Schlüter 9, Rudow 4, Bolecke 5, Danneberg 1, Stapf, Kolditz, Düsterhöft, Meyer.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 09.03.2020

Zehn Tore steuerte Tim Wiebe zum 33:33-Unentschieden gegen Nienburg bei. Foto: Detlev Keller

Wichtiger Sieg im letzten Heimspiel

Für unsere männliche C-Jugend ging es am Samstag im letzten Heimspiel gegen Tuspo Weende um wichtige Punkte. Mit einem Sieg, konnte man Druck auf den Verfolger, die SG Zweidorf/Bortfeld, aufbauen. Zahlreiche Fans pilgerten auch dieses Mal in die Julianum-Halle, um unsere Jungs lautstark zu unterstützen.

Schnell konnten sich die HF-Jungs auf 6:3 absetzen (6. Minute). Über die Außenpositionen und den Kreis kamen wir zu einigen sehenswerten Abschlüssen. Nach 20 Minuten stand es dann auch 17:11 und eigentlich lief alles bestens. Doch plötzlich wurden die Bälle im Angriff „weggeworfen“ und der Gast aus Göttingen zu leichten Kontertoren eingeladen. Und so stand es zur Pause nur noch 19:17 für unsere Jungs.

Das Trainerteam stellte in der Halbzeit taktisch etwas um. Diese Umstellung zeigte auch sofort Wirkung. Nach Wiederanpfiff konnten sich unsere Jungs, vor allem durch Tore von der rechten Seite, Stück für Stück absetzen. Nach 40 Minuten stand es 32:22. Mit dieser deutlichen und sicheren Führung im Rücken, wurde leider in der Abwehr nicht mehr ganz so gut zugefasst und der Gegner kam zu leichten Toren. Vorne wurde aber auch getroffen und somit stand es nach 50 Minuten 39:30 und zwei wichtige Punkte waren unsere.

Nach Ende des Spiels bedankte sich das Team dann noch bei unseren großen und kleinen Trommlern und Stimmungsmachern, mit kleinen Aufmerksamkeiten.

Wie wichtig allerdings diese zwei Punkte waren, zeigte sich am nächsten Tag in Zweidorf. Die Gastgebende SG Zweidorf/Bortfeld verlor ihr Heimspiel gegen den HSC Ehmen. Durch den Sieg der Ehmener sind unsere Jungs nun nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen und somit direkt für die Landesliga B-Jugend in der nächsten Saison qualifiziert. Auch das Team der GIW Meerhandball ließ am Wochenende Federn (30:30 in Groß Lafferde) und ist nun mit den HF punktgleich (24:10). Mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen die HSG Deister/Süntel und einem gleichzeitigen Unentschieden bzw. einer Niederlage von GIW Meerhandball gegen Bortfeld, wären unsere Jungs sogar Meister der Landesliga Süd. Wer hätte das gedacht.

Die Jungs der HF hoffen also wieder auf viele Schlachtenbummler, die sie zum letzten Saisonspiel bei der HSG Deister/Süntel begleiten und wir somit vielleicht das „Wunder von Springe“ schaffen.

Für HF spielten: Künnemann(TW), Krüger (9), Henseleit (7), Föllmer (6), Steinert (5), Störmann (5), Hillebrand (3), Kujat (2), Thier (2/1)

Helmstedt hofft auf einen Coup

Die HF haben die HSG Nienburg zu Gast.

So ärgerlich die eigene 24:32-Niederlage beim Lehrter SV auch war – so wirklich als Verlierer des vergangenen Spieltags mussten sich die Oberliga-Handballer der HF Helmstedt-Büddenstedt nicht fühlen. Fünf von sechs Teams, die in der Tabelle noch hinter den HF stehen, verloren ihre Spiele ebenfalls. Einzig Stadtoldendorf siegte im Kellerduell gegen Duderstadt.

So gesehen bleibt für die Helmstedter im Abstiegskampf sieben Runden vor dem Saisonende alles beim Alten. Die Mannschaft ist Achter, führt die untere Tabellenhälfte mit vier Punkten Vorsprung auf den ersten Regelabstiegsplatz an. Am Samstag (18 Uhr) hat sie in der heimischen Julianum-Sporthalle die Chance, weiter Boden gutzumachen. Zu Gast ist mit der HSG Nienburg jedoch eine Mannschaft gehobener Güte. Die Weserstädter sind Tabellenvierter und schielen noch auf die Vizemeisterschaft hinter dem designierten Drittliga-Aufsteiger MTV Braunschweig.

Für die Helmstedter ist es bereits das drittletzte Heimspiel. Es folgen nur noch die Duelle gegen die ebebfalls gefährdeten Teams des VfL Hameln und des TV Jahn Duderstadt. Punkte müsse her, am besten schon gegen Nienburg. Unverwundbar scheinen die Gäste nicht zu sein, sie ließen bereits Punkte liegen gegen abstiegsbedrohte Mannschaften wie den HV Barsinghausen (28:28) und den TV 87 Stadtoldendorf (30:33).

„20 Punkte brauchen wir wohl, um die Klasse zu halten“, schätzt HF-Coach Markus Kopp. Ein Überraschungscoup gegen ein Team aus dem oberen Tabellendrittel wie Nienburg würde da enorm weiterhelfen, sagt Kopp. Kein einfaches Unterfangen, denn die Gäste sind in der Lage, Fehler des Gegner so konsequent wie kaum eine andere Mannschaft der Oberliga zu bestrafen. Kopp weiß: „Wenn man gegen die Nienburger den Ball verliert, dann geht über deren Außenpositionen die Post ab.“

Erfreulich für die HF: Die Personalsituation entspannt sich im Vergleich zur Vorwoche merklich. In Lehrte fehlte die Stammbesetzung des linken Rückraums, Johannes Frenkel und Tim Wiebe waren aus privaten Gründen verhindert. Gleiches galt für Winterzugang Marc Stapf. Das Trio kehrt gegen Nienburg ins HF-Aufgebot zurück und gibt dem Trainerduo Kopp/Matthias Rudow mehr Möglichkeiten, auf Spielentwicklungen mit neuem Personal zu reagieren. Passen muss dagegen Roman Bruchno. Der Linkshänder legte nach seiner Oberschenkelverletzung offenbar zu früh wieder los, seine Ausfallzeit ist ungewiss.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 05.03.2020

HF-Ausfälle wiegen zu schwer

Die Helmstedter unterliegen mit 24:32 in Lehrte.

Ohne Tim Wiebe, ohne Johannes Frenkel, ohne Marc Stapf: Die Handballfreunde Helmstedt-Büddenstedt waren ersatzgeschwächt zum Oberliga-Punktspiel zum Lehrter SV gereist. Ausfälle, die sich nicht kompensieren ließen. Die HF unterlagen mit 24:32 (9:13), die Abstiegsgefahr bleibt bestehen.

Mit Frenkel (91 Saisontore) und Wiebe (82) fehlte im linken Rückraum der Helmstedter die Stammbesetzung, auf der rechten Seite war der noch angeschlagene Linkshänder Roman Bruchno noch keine echte Alternative. Er half seiner Mannschaft lediglich bei der Abwehrarbeit. Das Spielertrainer-Duo Matthias Rudow/Markus Kopp musste viel improvisieren, eine passende Alternative gab es allerdings nicht. Dennoch gestalteten die Helmstedter das Geschehen in der torarmen Anfangsphase bis zum 4:4 (16.) komplett ausgeglichen. „Wir haben eine gute Abwehr gestellt, waren aggressiv und haben im Angriff gute Lösungen gefunden“, sagte Kopp.

Allmählich schlichen sich jedoch Ungenauigkeiten ins Helmstedter Spiel ein. Gastgeber Lehrte zog vom 6:6 auf 11:7 weg. Diesen Vorsprung transportierten die Hausherren durch die Partie. Helmstedter Antworten blieben aus, einzig nach Rudows Treffern zum 11:14 (33.) und zum 13:16 (35.) kamen die HF noch einmal in Reichweite, ließen danach aber abreißen. Spätestens nach Lehrtes Treffer zum 24:18 (47.) war die Partie entschieden. Den Helmstedtern mangelte es an Mitteln und Durchschlagskraft für einen positiven Schluss-Akkord.

„Mich hat vor allem auf die Palme gebracht, dass wir den Ball in der letzten Minute noch dreimal weggeworfen und drei Gegentore kassiert haben“, sagte Kopp. Und so kam es am Ende zu einer ungeplant hohen Auswärtsniederlage. „Gemessen an unserer Leistung in der ersten Halbzeit wäre ein Endergebnis von 30:26 leistungsgerecht gewesen“, sagte Kopp. „Ein Punktgewinn war utopisch, aber ein engeres Spiel realistisch. Eigentlich wollten wir Lehrte bei maximal 25 bis 27 Toren halten.“

HF: Baum, Klauß – Kopp, Rudow 4, Lopez 10, Düsterhöft, Danneberg 1, Schlüter 2, Bolecke 5, Bruchno, Kolditz 2, Meyer.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 02.03.2020

Zehn Tore von Christian Lopez reichten nicht: Die Handballfreunde verloren beim Lehrter SV deutlich. Foto: Detlev Keller