0:8-Punkte-Start scheint unabwendbar

PERSONELLE SORGEN WERDEN IMMER GRÖẞER

Einen schlechteren Saisonstart hätten sich die Handballfreunde wohl kaum vorstellen können, denn vermutlich wird es auch an diesem Wochenende nichts mit den ersten Punkten. Die personelle Situation ist schlicht zu angespannt, Krankheiten und Verletzungen sind in so einem immensen Ausmaß einfach nicht aufzufangen. 

Aktuell steht noch in den Sternen, welche Spieler sich am Samstagabend das Trikot überstreifen können – sofern es überhaupt genug werden. Das Ziel für das Spiel konnte Trainer Mutz dementsprechend eindeutig benennen: „Für das Wochenende haben wir nur ein Ziel: eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Die Spielfähigen aufzuzählen geht wahrscheinlich schneller, gefühlt ist jeder von uns entweder krank, noch nicht wieder fit oder angeschlagen. Dazu kommen noch die Verletzten“. Die Füchse werden also auch wieder auf Unterstützung von reaktivierten Spielern angewiesen sein. 

Gegner der Helmstedter ist die vierte Mannschaft des MTV Braunschweig, eine erfahrene und körperlich sehr kräftige Truppe. Ihr bisher einziges Saisonspiel haben sie am letzten Wochenende mit 33:24 gegen Müden/Seershausen gewinnen können. In der Julianumhalle wird dann vermutlich der zweite Sieg dazukommen. 

Für die Füchse ist es indes das letzte Spiel vor drei freien Wochenenden. Ein Lichtblick für Mutz: „Ich sehne die Herbstpause herbei in der Hoffnung, dass alle wieder fit werden. Der Saisonstart ist leider eine Katastrophe“.

Anwurf im Helmstedter Fuchsbau ist am Samstag um 19:00 Uhr. 

Mit Wille und Moral

FÜCHSE VERKAUFEN SICH TEUER

Die Helmstedter Füchse konnten erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. Zwar wurde das Spiel beim F.C. Viktoria Thiede mit 33:28 verloren, der Notkader hat aber über die vollen 60 Minuten Paroli geboten. Das sieht auch (Spieler)Trainer und erfolgreichster Helmstedter Werfer Jan-Fabian Mutz (6) so: „Insgesamt war es ein ganz ordentliches Spiel wenn man bedenkt, dass wir ohne „Halben“ angereist sind.  Ein Sieg hat von uns niemand erwartet, aber auch das schien in der Anfangsphase und in der zweiten Halbzeit sogar möglich. Leider haben wir uns nicht belohnen können“. 

Die Handballfreunde agierten in den ersten 25 Minuten absolut auf Augenhöhe. Nach dem 4:2 (6.) für Thiede, konnte sich keine Mannschaft mehr als eine ein-Tore-Führung erspielen. Dass Mittelmann Marius Müller nach etwa 10 Minuten kurz gedeckt wurde, brachte die Helmstedter auch nicht aus der Fassung. Die daraus resultierenden Räume wurden vor allem von Jan-Fabian Mutz und den Außen gut ausgenutzt. Beim Stand von 13:13 (26.) verließen die Füchse allerdings etwas die Kräfte – und das sogar in Überzahl. Die Salzgitteraner konnten sich bis zur Pause auf 16:13 absetzen und erwischten auch nach Wiederanpfiff den besseren Start (19:13, 33.). „Zu oft zeigen wir in entscheidenen Momenten unsere bekannten Fehler und schaffen es nicht, diese zeitnah abzustellen. Hier gilt es in den nächsten Wochen dran zu arbeiten, um endlich den ersten Sieg zu holen“, reflektierte Mutz die Phase zwischen der 26. und 39. Minute. Beim Stand von 24:16 sah der Gastgeber schon wie der sichere Sieger aus. Doch die vorrangig aus Torhütern, A-Jugendlichen und Aushilfsspielern besetzte Truppe, kämpfte unermüdlich weiter, zeigte wieder eine stärkere Abwehr- und Torhüterleistung in Person von Felix Bunk, sowie Abgeklärtheit im Angriff. Bei 26:24 (48.) und 28:26 (53.) war man nochmal richtig in Schlagdistanz, doch zu mehr reichte es am Ende leider nicht – zu groß war der Kräfteverschleiß, zu gering die personellen Alternativen. 

Nichts desto trotz können die Füchse stolz auf ihre gezeigte Leistung sein und waren natürlich auch dankbar, für die Unterstützung. „Erfreulich waren die Aushilfen von André und Udo, sowie die Entwicklung der Jungfüchse.“ betonte Mutz, der den Blick aber auch direkt nach vorne richtet: „Ich wünsche mir, dass das Team die sehr gute Einstellung für den Rest der Saison behält, denn das geleistete gestern, kam vor allem über den Willen und die Eigenmotivation. Die spielerischen Fehler beheben wir im Training“.

F. Bunk, J. Grössing, C. Sauer – H. Behling, L. Brokof (4), A. Brosinski, J.F. Mutz (6), M. Müller (3), T. Neumann (4), A. Schwahn (4), L. Störmann (2), J. Wedrich (5/2)

Personelle Sorgen am Samstagabend 

FÜCHSE MIT SCHWEREM AUSWÄRTSSPIEL 

Die ersten beiden Saisonspiele hat man sich in Helmstedt anders vorgestellt. Mit 0:4 Punkten und einer Tordifferenz von bereits -22, finden sich die Füchse am Tabellenende der Regionsoberliga Staffel 1 wieder. Aus diesem Grund gab es unter der Woche auch eine Teambesprechung, um die derzeitigen Probleme zu analysieren, aber vor allem Lösungsansätze zu finden. Nach dem Auftritt am letzten Wochenende und den nun zusätzlichen personellen Problemen, gleicht die Auswärtsfahrt nach Salzgitter Thiede einer Herkulesaufgabe.

Zu den weiterhin fehlenden Markus Kopp (Urlaub) und Kevin Hillebrand (bis zum 18. Geburtstag nicht spielberechtigt), gesellen sich nun auch noch Calvin Stickel (Arbeit), Philipp Krückeberg-Saathoff, Louis Reyher, Daniel Bourdy (alle privat verhindert) und Jan Morten Müller (Corona) mit dazu. Bei Sven Müller (Erkältung) kann erst kurzfristig entschieden werden, ob ein Einsatz stattfinden kann. Der in dieser Saison noch gar nicht aktiv gewesene Stefan Ickert wird frühestens nächste Woche in den Trainings- und im Idealfall auch Spielbetrieb einsteigen. Immerhin können die beiden Torhüter Christian Sauer und Julian Grössing mal wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Insgesamt natürlich mehr als schlechte Voraussetzungen, um am Samstagabend um 19:30 Uhr ein Auswärtsspiel zu bestreiten. So wird auch Trainer Jan-Fabian Mutz sein Trikot überstreifen müssen. Eine positive Personalie gibt es dann aber doch noch zu vermelden: Handballfreunde-Vorstandsmitglied und regelmäßiger Trainingsgast André Schwahn, wird nach jahrelanger Abstinenz sein Comeback auf der Platte geben. 

Der F.C. Viktoria Thiede, welcher selbst an seinem bisher einzigen Spieltag mit 25:30 gegen SG Sickte/Schandelah verlor, hat grundsätzlich ein ähnliches Spielkonzept, wie der Tabellenführer am letzten Wochenende: Über eine offensivere Deckung in Tempogegenstöße zu kommen oder im Positionsspiel die treffsicheren Außen frei zu spielen. Außerdem dürfte man in Thiede nach diesem Auftakt der Füchse und dem Kader, der am Samstag zur Verfügung steht, von nichts anderem als einem Heimsieg ausgehen. Spieltertrainer Mutz beschreibt die Ausgabgslage wie folgt: „Meine Erwartungen an das Spiel sind aufgrund der Herausforderungen gering. Wir müssen mental einen Gang hochschalten und die Trainingsleistungen auf die Platte bekommen. Die Jungs sind gut in Form, leider bekommen wir es im Spiel nicht gezeigt. Jetzt die Forderung nach einem Sieg auszurufen, wäre das falsche Signal und würde die Blockaden nur verstärken. Am Samstag geht es nur darum den ersten Stein für einen positiveren Saisonverlauf zu setzen, mehr leider nicht“. Dem Underdog aus Helmstedt eröffnet sich dementsprechend also eigentlich nur die Chance, durch Wille, Einsatzbereitschaft und Teamgeist positiv zu überraschen.

THW-Handballcamp powered bei EEW

Die Handballfreunde Helmstedt-Büddenstedt hatten kürzlich das THW-Handballcamp vom Bundesliga-Spitzenverein THW Kiel in der Julianumhalle zu Gast. 24 Mädchen und Jungen aus der männlichen und weiblichen C- und D-Jugend konnten sich einen Tag lang unter fachkundiger Anleitung eines erfahrenen Trainers bei mehreren Trainingseinheiten austoben.

„Das ganze Camp haben wir dank der Unterstützung des Unternehmens EEW – Energy from Waste für unsere Handballerinnen und Handballer kostenfrei angeboten“, freute sich Juliane Kopp, Jugendkoordination der Handballfreunde. Neben den Trainingseinheiten bekamen alle Teilnehmer eine Komplettausstattung – bestehend aus einem Trikot mit den jeweiligen Namen beflockt, einer Hose und passenden Socken. „Zur Mittagspause erhielten alle Akteure noch eine warme Mahlzeit, die unser Förderverein HF Pool 100 e.V. spendiert hat“, ergänzte Juliane Kopp.

Derbe Heimpleite vor vollen Rängen

FÜCHSE WERDEN AUCH IM ZWEITEN SPIEL DEKLASSIERT

Es fällt wahrlich schwer, etwas positives aus dem Auftritt vom Samstag zu ziehen. Zu ängstlich und zögerlich zeigte sich der Helmstedter Angriff in nahezu jeder Aktion. Die großen Lücken der offenen Sickter Deckung wurden viel zu selten genutzt, die Verantwortung viel zu oft zum Nebenmann weitergeschoben. Außerdem ermöglichten viele Fehlpässe teilweise einen Tempogegenstoß nach dem anderen. Doch auch im Positionsangriff konnte der Tabellenführer viel zu leicht zu Toren kommen. Egal ob freie Würfe und Durchbrüche aus dem Rückraum, oder die zahlreichen Treffer von den Außen. Die Helmstedter Abwehrarbeit, welche am letzten Wochenende noch positiv hervorgehoben werden konnte, war am Samstag nichtexistent. Trainer Mutz hatte nicht viel zum Spiel zu sagen: „Ab jetzt steht fest: Wir sind im Abstiegskampf, unsere vorgenommenen Ziele sind hinfällig. Ich kann mich nur bei den Zuschauern entschuldigen für diese Leistung“.

Bereits von Beginn an zeigten die Männer aus Sickte/Schandelah, dass sie die Partie gewinnen wollen und konnten das Spiel letztendlich auch sehr früh für sich entscheiden. Mit Feuer und Dampf ging es über ein 2:8 (10.) und 6:17 (23.) mit einem 13:21 in die Kabinen. Zu keiner Zeit gab es ein Aufbäumen oder gegenseitiges Pushen, die Helmstedter Füchse haben sich nahezu kampflos ihrem Schicksal hingegeben. Auch nach der Pause ließen die Gäste keinerlei Zweifel aufkommen, wer die bessere und willensstärkere Mannschaft ist. Sie starteten direkt mit einem furiosen 6:0-Lauf nach Wiederanpfiff (13:27, 38.). Dieser 13, 14 Tore-Vorsprung wurde bis zum Schluss gehalten, so dass am Ende ein völlig verdienter 29:42 Auswärtssieg für die SG Sickte/Schandelah zu Buche steht. 

F. Bunk, C. Stickel – H. Behling (1), D. Bourdy (2), L. Brokof, P. K-Saathoff (2), J.M. Müller (5), M. Müller (8), S. Müller, T. Neumann (3), L. Reyher (2), L. Störmann (4), J. Wedrich (2)