Autor: balzer

29:33 – die HF laufen nur hinterher

Helmstedter unterliegen in heimischer Halle der bis dahin punktlosen TSV Burgdorf

Die sportliche Leidenszeit der HF Helmstedt-Büddenstedt in der Handball-Oberliga wurde am Sonntagabend verlängert. Auch im fünften Spiel in Folge blieben die HF sieglos, dieses Mal kassierten sie eine 29:33-(13:16)-Heimniederlage gegen die TSV Burgdorf III.

Für den Nachwuchs des Erstligisten TSV Burgdorf war es im achten Saisonspiel der erste Sieg, die HF (zuletzt 1:9 Punkte) müssen sich in der Tabelle vorerst nach unten orientieren.

Die Helmstedter, in nahezu bester Formation ins Spiel gegangen, müssen sich in der Anfangsphase gefühlt haben wie in einem schlechten Film: Burgdorf III legte los wie die Feuerwehr, ließ den Helmstedtern keinerlei Entfaltungsräume und demoralisierte die Hausherren mit einer 10:2-Führung nach elf Minuten. „Wir wussten, dass da eine junge Mannschaft auf uns zukommt mit vielen A-Jugendlichen, die viel laufen und Handball spielen wollen“, sagte HF-Trainer Andreas Wiese. Dennoch ließ sich seine Mannschaft überrumpeln. „Das ist auch eine Frage der Mentalität und der Einstellung, wie ich so ein Spiel angehe“, sagte Wiese.

Die Gäste dachten auch Mitte der ersten Hälfte noch nicht daran, ihre Gastgeber am Spiel teilnehmen zu lassen. Das Drehbuch blieb bis Minute 21 eintönig für die Helmstedter. Burgdorf gab den Takt vor, die 15:7-Gästeführung machte dies deutlich. Mit einem 6:1-Tore-Lauf retteten sich die Helmstedter in die Pause, das 13:16 durch Roman Bruchno fünf Sekunden vor dem Schlusssignal weckte neue Hoffnungen bei den Hausherren.

Die kamen auch so schwungvoll aus der Kabine zurück, wie sie sich aus der ersten Halbzeit verabschiedet hatten. Vier Minuten nach dem Seitentausch verkürzte Johannes Frenkel auf 16:17 – die Wende schien nah. Doch Burgdorfs Nachwuchs reagierte erstaunlich gelassen, konterte eiskalt und zog wieder auf 26:22 (47.) weg.

Erschwerend kam hinzu, dass die Schiedsrichter nach Wieses Geschmack das Regelwerk sehr einseitig zuungunsten seiner Mannschaft auslegten. Neun Strafwürfe für Burgdorf, nur einer für die HF – auch das wurmte Wiese gewaltig. „Und wenn du dann noch hörst, dass die Schiris aus Hannover kommen, hat das einen Beigeschmack.“

Die HF versuchten alles: Wiese nahm eine Auszeit, versuchte, passende Worte zu finden. Die Ansprache fruchtete, seine Mannschaft arbeitete sich nochmals heran. Nach Christian Lopez’ Treffer zum 26:28 blieben noch fünf Minuten, um die Niederlage abzuwenden. Doch Burgdorf blieb erneut cool, sicherte sich den Premierensieg.

HF: Baum, Klauß – Wiebe 4, Kopp 1, Bruchno 5, Timplan 6, Schlüter 2, Düsterhöft 2, Frenkel 6, Lopez 2, Kolditz 1, Meyer, Schwaneberg.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 11.11.2019

Roman Bruchno erzielte fünf Treffer gegen Burgdorf – dennoch verloren die Handballfreunde mit 29:33. Foto: Detlev Keller

Helmstedt steht unter Zugzwang

Gegen Burgdorf III muss am Sonntag ein Heimsieg her.

Die jüngste Ergebnis-Delle sorgt für Druck: Wenn Handball-Oberligist HF Helmstedt-Büddenstedt am Sonntag (16 Uhr) in der Helmstedter Julianum-Sporthalle die TSV Burgdorf III empfängt, dann ist ein Sieg Pflicht. Nach vier Sieglos-Spielen in Folge (1:7 Punkte) sind die Handballfreunde in der Tabelle bis auf Platz 9 durchgereicht worden.

Dass die Gäste aus Burgdorf mit 0:14 Zählern neben der ebenfalls noch punktlosen HSG Plesse-Hardenberg das Tabellenende der Oberliga zieren, sei nicht als mangelhafter Leistungsnachweis zu verstehen, betont Helmstedts Trainer Andreas Wiese. „Burgdorfs Oberligateam ist halt eine Ausbildungsmannschaft eines Erstligisten. Bei denen steht nicht immer das Ergebnis im Vordergrund.“ Die Drittvertretung der TSV sei gerade deshalb mit Vorsicht zu genießen. Burgdorfs Spieler werden wahrscheinlich auch in Helmstedt ihre prekäre Lage ausblenden und, so Wiese, „unbeschwert drauflos spielen“. Handballerisch bewege sich Burgdorf allemal auf Oberliga-Niveau. Wiese: „Burgdorfs Spieler haben gute Grundausbildungen genossen.“

Die große Frage bis zum Spieltag: Mit welcher Besetzung werden die Helmstedter dem Bundesliga-Nachwuchs aus Burgdorf begegnen? Zuletzt bei der 28:36-Niederlage in Nienburg war der HF-Kader auf neun einsatzbereite Spieler, davon zwei Torhüter, zusammengeschrumpft. Einige Fragezeichen bleiben: Tim Bolecke, vor zehn Tagen gegen Lehrte mit einer Kopfverletzung ausgeschieden, hat vom Arzt ein zweiwöchiges Sportverbot erhalten. Mit dem erlittenen Schlagtrauma, das sich der Linksaußen beim Aufprall gegen die Hallenwand zugezogen hatte, sei nicht zu spaßen, so Wiese. Es müsse genau abgecheckt werden, wie Bolecke in den kommenden Tagen berufliche und sportliche Belastungen verkraftet.

Besser sieht es bei einigen Routiniers im HF-Kader aus. Roman Bruchno, zuletzt wegen Erkältung pausierend, kehrt ebenso ins Team zurück wie Matthias Rudow, der in Nienburg aus privaten Gründen fehlte. Fraglich ist weiter, wann Sascha Timplan grünes Licht für seine Rückkehr signalisiert. „Wir müssen abwarten, wie sein Knie auf Belastung reagiert“, so Wiese. Alternativen könnten am Sonntag auch Jan Schwaneberg und Jan Schlüter sein, die in Nienburg aus beruflichen Gründen fehlten. Der an der Hand verletzte Robin Danneberg steigt demnächst ins Training ein.

Kurzum: Wiese hat bald wieder größere personelle Möglichkeiten. „Zwei, drei Spieler mehr wären schon gegen Burgdorf nicht schlecht.“ Die Personalprobleme werden sich aber wohl durch die Saison ziehen, mutmaßt der Trainer. „Wir haben nun mal einen kleinen Kader, damit werden wir auch in den kommenden Monaten zurechtkommen müssen.“

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 07.11.2019

HF-Mini-Kader muss spät abreißen lassen

Helmstedt mit 28:36 bei Nienburg

Genauso viele Feldspieler-Namen auf der Ausfallliste wie auf dem Spielberichtsbogen: Wahrlich keine guten Voraussetzungen, um zu einem Oberliga-Handballspiel anzutreten. In dieser Situation befanden sich jedoch die HF Helmstedt-Büddenstedt vor ihrer Partie bei der HSG Nienburg. 50 Minuten lang kompensierten die Helmstedter, dass sie mit einem Mini-Kader (zwei Torhüter, sieben Feldspieler) ins Weser-Städtchen gereist waren. Erst in der Schlussphase, als Kraft und Konzentration schwanden, quittierten die HF eine 28:36 (13:15)-Niederlage.

„Eine 28:30- oder 28:32-Niederlage hätte dem Spielverlauf eher entsprochen“, sagte Helmstedts Trainer Andreas Wiese. „50 Minuten lang ist es uns gelungen, das Spiel zu verschleppen und es für Nienburg ziemlich langweilig zu machen.“ Erst als die Torabschlüsse der HF-Angreifer ungenauer wurden, warfen sich die mit 14 Spielern voll besetzten Hausherren im schnellen Umschaltspiel den entscheidenden Vorsprung heraus.

Die HF mussten auf die verletzten Tim Bolecke, Sascha Timplan und Robin Danneberg, den privat verhinderten Matthias Rudow, den erkrankten Roman Bruchno und die beruflich eingespannten Jan Schlüter und Jan Schwaneberg verzichten. Somit blieben im Rückraum der Helmstedter für drei Positionen drei Spieler übrig. „Die haben ihre Sache aber sehr gut gemacht“, sagte Wiese. Tim Wiebe, Johannes Frenkel und Christian Lopez, der trotz leichter Zerrung im Oberschenkel auf die Zähne biss, wechselten ständig die Positionen und Angriffsseiten und stellten Nienburgs Abwehr vor das eine oder andere Rätsel.

Bis zu Frenkels Anschlusstreffer zum 20:21 (41.) waren die Helmstedter ebenbürtig, als sie plötzlich versuchten, das hohe Tempo der Gastgeber mitzugehen. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Dieser Stil liegt ihnen im Blut, sie haben kurz vergessen, dass wir das Tempo verschleppen wollten“, erzählte Wiese. Nienburg traf dreimal binnen zwei Minuten zum 24:20, eine kleine Vorentscheidung.

Die HSG legte in der Schlussphase ständig frisches Personal von der Bank nach, während die Helmstedter ab Minute 45 ihrem Laufaufwand Tribut zollen mussten. Die Offensivaktionen wurden ungenauer, in der Abwehr kamen sie oft einen Schritt zu spät. „Wir haben uns zum Ende hin einfache Konter gefangen. In besserer Besetzung hätten wir wohl länger gegenhalten können“, so Wiese.

HF: Klauß, Baum – Wiebe 7, Kolditz 3, Meyer 3, Kopp, Lopez 3, Frenkel 10, Düsterhöft 2.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 04.11.2019

Christian Lopez erzielte beim Gastspiel in Nienburg drei Treffer. Foto: Detlev Keller

Defensive der HF erwartet Schwerstarbeit

Gastspiel in Nienburg

Ein Kracher folgt auf den nächsten: Handball-Oberligist HF Helmstedt-Büddenstedt bekommt es nach Tabellenführer Lehrter SV mit einem weiteren Spitzenteam zu tun. Die Mannschaft um Trainer Andreas Wiese tritt am Samstag (19.30 Uhr) bei der HSG Nienburg an. Da bleibt für die Helmstedter wenig Zeit, die Wunden nach der 19:29-Abfuhr in eigener Halle gegen Lehrte zu lecken.

Bei ihrem Gastspiel an der Weser kommt erneut Schwerstarbeit auf sie zu, vor allem auf die Defensivreihe der Helmstedter. Nienburg spielt mit Wucht, schnörkellos und stets in die Tiefe. Der Este Kristaps Ence auf Linksaußen, der Isländer Arnar Gudmundsson im rechten Rückraum, Routinier Malte Grabisch im linken Rückraum – kurzum: Die HSG hat in ihren Reihen einige Spieler der gehobenen Oberliga-Güte. „Die Nienburger haben ungefähr das Format von Lehrte“, sagt Helmstedts Trainer Andreas Wiese. Das Ergebnis des jüngsten HF-Auftrittes gegen Lehrte ist bekannt: 19:29 unterlagen die Helmstedter, präsentierten sich dabei weit entfernt von Normalform.

„Wenn wir in Nienburg ähnlich auftreten wie gegen Lehrte, werden wir keine Chance haben“, sagt Wiese, der mit seinen Schützlingen unter der Woche ins Gebet gehen wollte. „Wir haben nach dem Lehrte-Spiel einiges zu besprechen.“ Der Trainer will bei sich anfangen: „Ich muss mich hinterfragen, warum es mir nicht gelungen ist, meine Mannschaft in den ersten 15 Minuten ordentlich zu motivieren.“

Ob die Helmstedter in Bestbesetzung antreten, entscheidet sich kurzfristig. Auf der Kippe steht Tim Bolecke. Der Linksaußen war gegen Lehrte mit dem Kopf gegen die Hallenwand geprallt, hatte sich ein Schlagtrauma zugezogen. Sascha Timplan, der zuletzt wegen Erkältung fehlte, dürfte rechtzeitig fit werden.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 30.10.2019

Spitzenreiter ist eine Nummer zu groß

HF Helmstedt-Büddenstedt unterliegen dem Lehrter SV deutlich mit 19:29

Es gibt diese Tage im Mannschaftssport: Der Gegner wirkt wacher, ist immer einen Schritt schneller, zeigt allein durch seine Körpersprache den unbedingten Willen, ein Spiel gewinnen zu wollen. Einem solchen Gegner sahen sich die Oberliga-Handballer der HF Helmstedt-Büddenstedt in ihrem Heimspiel gegen den Lehrter SV gegenüber. Die Zahlen drückten dies am Ende deutlich aus, die 19:29 (9:16)-Niederlage der Helmstedter gab die Kräfteverhältnisse auf dem Parkett punktgenau wieder. „Am Sieg der Lehrter gibt es nichts zu deuteln“, sagte HF-Trainer Andreas Wiese. „Der fiel auch in der Höhe verdient aus.“

Es dauerte nur wenige Minuten, bis jedem in der Julianum-Sporthalle klar gewesen sein dürfte, in welche Richtung sich die Partie entwickelt. Die Hausherren wirkten seltsam lethargisch, uninspiriert und nach misslungenen Aktionen schnell niedergeschlagen.

Ganz anders der Spitzenreiter aus dem Osten der Region Hannover: Den Lehrtern war anzusehen, dass sie ein bestens aufeinander abgestimmtes Team sind. Die Laufwege passten, der Ball kam dort hin, wo er hinkommen musste. Jede Auslöseaktion der Gästeoffensive setzte die Helmstedter Abwehrreihe in Alarmbereitschaft. „Man hat den Lehrtern von der ersten Minute angemerkt, dass sie das Ding ziehen wollen“, sagte Wiese, dessen Mannschaft nur beim 1:1 durch Roman Bruchno gleichauf lag, ansonsten 58 von 60 Minuten einem Rückstand hinterherlief.

Einen kurzzeitigen Aufschwung erlebten die Helmstedter auch Mitte der ersten Halbzeit, als sie nach einer Auszeit von 5:9 auf 7:9 (21. Minute) verkürzten. Die danach wieder konzentrierteren Gäste ließen sich aber nicht beeindrucken, sondern konterten zum vorentscheidenden 13:7 (25.). Zu diesem Zeitpunkt mussten die Helmstedter den Ausfall ihres Flügelspielers Tim Bolecke verkraften. Der Linksaußen war mit dem Kopf gegen die Hallenwand geknallt, hatte anschließend Gedächtnislücken und wurde in der Pause zur Untersuchung in ein Braunschweiger Krankenhaus gebracht. Inzwischen sei Bolecke aber zu Hause, es gehe ihm besser, so Wiese. Diagnostiziert worden sei ein Schlagtrauma.

Halbzeit 2 verlief ähnlich einseitig. Lehrte baute seine 16:9-Halbzeitführung schnell auf zehn Tore aus (22:12, 41.) und schaltete anschließend in den Verwaltungsmodus. „Lehrte konnte von der Bank immer gute Spieler nachlegen, die auch sofort gezündet haben. Die Mannschaft war von uns nur schwer zu stoppen“, sagte Wiese.

HF: Klauß, Baum – Wiebe 3, Rudow 1, Bruchno 2, Frenkel 7, Lopez 5, Kopp 1, Bolecke, Kolditz, Meyer, Düsterhöft.

Quelle: Helmstedter Nachrichten vom 28.10.2019

Nur selten kamen die Handballfreunde so zum Torwurf wie in dieser Situation Johannes Frenkel. Foto: Detlev Keller